So ein Esel!

Die nächste Geschichte handelt von einem Esel. Einem ziemlich schlauen Esel. Nur der, der auf dem Esel sitzt, ist anfangs nicht ganz so schlau. Es ist Bileam, ein Prophet. Bileam ist auf dem Weg zu Balak, dem König der Moabiter. Der König hat Angst vor dem Volk Israel und Bileam soll ihm helfen, es zu besiegen, indem er es verflucht. Bileam reitet also auf seinem Esel los:

Bileam dachte auf dem Weg noch einmal über alles nach. „Dort ist ein großes Volk, vor dem ich Angst habe“, hatte Balak ihm ausrichten lassen. „Komm bitte und verfluche es. Dann wird es nicht mehr so stark sein und ich kann es besiegen.“ Balak hatte noch etwas anderes gesagt: „Komm, ich werde dich reich belohnen!“ Wie viel Geld würde Bileam wohl bekommen? Auf jeden Fall würde Bileam reich werden. Er würde genug Geld haben. Da freute er sich schon riesig drauf. Bileam dachte nur noch an das Geld. Er vergaß ganz, dass Gott zu ihm gesagt hatte: „Geh zu Balak – aber du sollst nur das tun, was ich dir sagen werde.“ Das alles war Bileam jetzt ganz egal. Er saß auf seinem Esel und träumte von dem vielen Geld. So ritt er zu Balak. Gott aber wusste, dass Bileam nur an das Geld dachte und nicht daran, dass er das tun sollte, was Gott will. Deshalb ließ Gott Bileam nicht einfach so zu Balak reisen. Gott schickte einen Engel.

Mitten auf dem Weg lief sein Esel auf einmal vom Weg runter mitten ins Feld. Bileam erschrak. Was war denn nur mit seinem Esel los? Sonst hatte der Esel ihm doch immer gehorcht. Bileam schaute sich um, aber er sah nichts. Der Esel aber sah etwas. Der Esel sah den Engel Gottes auf dem Weg stehen. Er leuchtete hell und hatte ein großes Schwert in der Hand. „Wenn ich weiterlaufe, wird uns der Engel umbringen“, dachte sich der Esel. Deshalb wollte er ausweichen und lief vom Weg ins Feld. So konnte er an dem Engel vorbei gehen. Bileam wurde zornig auf seinen Esel. Er nahm seinen Stock und schlug den Esel, bis er wieder auf dem Weg war. Bileam konnte den Engel nicht sehen.

Der Esel lief weiter, aber bald stand wieder der Engel vor ihm auf dem Weg. Rechts und links waren Weinberge, die mit Mauern abgegrenzt waren. Der Esel drängte sich ganz nah an die Mauer, um so an dem Engel vorbei zu kommen. Bileam schrie auf. Er sah den Engel immer noch nicht. Aber er stieß mit seinem Fuß an die Mauer. Das tat weh. Warum war sein Esel heute nur so störrisch? Bileam schlug ihn wieder.

Deshalb stand bald der Engel wieder auf dem Weg. Jetzt war die Stelle so eng, dass der Esel keinen Platz fand, um an dem Engel vorbei zu kommen. Bileam sah den Engel immer noch nicht. Aber der Esel sah ihn. Er sah den Engel dort stehen mit seinem Schwert. Dem Esel blieb nichts anderes übrig als stehen zu bleiben. Er ließ sich auf den Boden fallen und blieb auf den Knien liegen. Er bewegte sich nicht mehr vorwärts.

Jetzt wurde Bileam richtig zornig. Er schlug wieder seinen armen Esel. Auf einmal hörte Bileam, wie sein Esel mit ihm redet. Gott hat ein Wunder getan, dass der Esel reden konnte. „Was habe ich dir getan? Warum hast du mich jetzt schon dreimal geschlagen?“ fragte der Esel Bileam. Bileam antwortete wütend: „Weil du so trotzig bist und mich ärgerst.“ „Du bist doch schon so oft auf mir geritten. Habe ich dich sonst je geärgert?“ fragte der Esel. „Nein“, musste Bileam zugeben. Er wusste auch nicht genau, was mit seinem Esel los war.

Da ließ Gott Bileam auch den Engel sehen und Bileam erschrak, als er plötzlich den Engel mit dem Schwert sah. Schnell stieg er von seinem Esel ab und warf sich vor dem Engel nieder.

Der Engel sprach zu Bileam: „Dreimal habe ich mich dir schon in den Weg gestellt, aber du hast mich nicht gesehen. Nur dein Esel hat mich gesehen. Wenn er nicht ausgewichen wäre, dann hätte ich dich getötet. Warum hast du den Esel geschlagen? Er hat dir das Leben gerettet.“ Jetzt verstand Bileam, dass der Esel ihn nicht ärgern wollte. Aber Gott hatte ihm noch mehr zu sagen: „Du handelst falsch“, sagte der Engel, „Deshalb bin ich gekommen, um dich aufzuhalten.“

Da erkannte Bileam, dass er falsch gehandelt hatte. Er hatte nur noch an das Geld gedacht. Und dabei hatte er ganz vergessen, dass Gott ihm ja gesagt hatte, er darf zwar mitgehen, aber nur das tun, was Gott sagt. „Ab jetzt will ich dir gehorchen. Wenn du möchtest, dann werde ich umkehren und nach Hause reisen.“ Aber Gott hatte einen anderen Auftrag für ihn. „Geh zu Balak!“ forderte der Engel Bileam auf. „Aber tue nichts anderes, als ich dir sagen werde.“ So zog Bileam weiter und kam endlich bei Balak an.

Balak erwartete ihn bereits, doch Bileam sagt ihm: „Ich werde nur tun, was Gott mir sagen wird“. Das gefiel Balak natürlich nicht, denn schließlich wollte er, dass Bileam das Volk Israel verflucht. Doch nun kam es ganz anders: statt das Volk Israel zu verfluchen, wurde es von Bileam – auf Gottes Wort hin – gesegnet.

(frei erzählt nach 4. Mose 22 und einer Vorlage auf www.derkindergottesdienst.de)

Wohin also als nächstes? Der Hinweis war in der Geschichte versteckt. Ein Wort sieht anders aus als die anderen? Und habt ihr es gefunden? Genau!

Nicht weit von hier gibt es auch eine davon. Eine ziemlich lange sogar. Geht daran außen entlang. Am besten ganz nah – wie Bileam und der Esel – und haltet dabei die Augen offen. Achtet auf etwas, das an der Mauer lehnt. Hier der Google Plus Code für alle Fälle. Er zeigt die richtige Stelle an: q84w+32

Aber… ihr müsst jetzt erst Mal den Berg hoch. Reicht eure Kraft dafür noch? Sonst macht ihr hier für heute Schluss, macht ein Picknick und sucht ein anders Mal weiter…

Wenn ihr dann weitersucht, startet am besten wieder von hier (ihr könnt ja z.B. hier parken) – sonst verpasst ihr einen tollen Weg durch den Wald!